Oma Friedchens Graupensuppe

Wer im Herbst das Wort Kürbissuppe nicht mehr hören kann, dem sei die weltbeste Graupensuppe von Oma Friedchen wärmstens ans Herz gelegt. Sehr einfach nachzukochen und sehr, sehr lecker. Oma ist halt ein Eintopfprofi und die Graupensuppe macht sie nun auf einen Schlag berühmt.

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Suppe, Suppe, mjam, mjam, mjam

Nein, Graupen ist kein schönes Wort. Genauso wenig wie Haferschleim, deswegen sagt der Profi auch gerne Porridge zu dem Frühstücksbrei. Aber für Graupen gibt es keine fancypants Übersetzung und irgendwie würde man doch auch den urdeutschen Charakter dieses ordentlichen Eintopfs verkennen. Die Graupensuppe von Oma Friedchen ist in Lisas Familie bei allen sehr, sehr beliebt. Wenn es früher bei Oma Mittag gab und die Frage aufkam, was sie denn kochen solle, war die Antwort eigentlich immer klar: Graupensuppe! Die Crux ist nun, aus Omas Kochkunst ein vernünftiges, nachvollziehbares Rezept zu schreiben. Schließlich „weiß man das doch“, nimmt man „halt so viel, bis es gut schmeckt“ – solche Angaben sind an der Tagesordnung. Aber wir versuchen es trotzdem mal und vertrauen auf unseren Geschmack. Denn die gute Nachricht ist: Bei dieser Graupensuppe kann man eigentlich nichts falsch machen. Also: Auf, auf, ihr werdet den Eintopf lieben, versprochen.

Oma Friedchen wollte übrigens nicht so gern fotografiert werden. Das ist schade, denn sie ist sehr hübsch und für ihre 79 ein ziemlich steiler Zahn, geht jede Woche zur Gymnastik mit ihren Freundinnen und singt im Kirchenchor. Aber jeder hat so seine Eitelkeiten und da sie uns immerhin das heilige Graupensuppen-Rezept verraten hat, finden wir uns damit ab und freuen uns auf die Suppe. Oma Friedchen ist übrigens die Herzensdame von Opa Fritz. Und den kennen wir ja schon von den weltbesten Prilleken. Gute Arbeitsteilung, wie ich finde, der eine kocht und der andere backt. (Fun fact: Da Opa Fritz ja seinerseits Bäcker und Konditormeister ist, hat Oma sich nie so richtig mit dem Backen beschäftigt und bis dato noch nie einen Hefeteig hergestellt. Du ahnst es nicht). Dafür liebt sie Suppen und Eintöpfe umso mehr. Die Zutaten kauft sie selten im Supermarkt, sondern baut das meiste selbst im Garten an: Was im Sommer übrig bleibt, wird für den Winter eingefroren.

Weil ich von Oma kein Foto schießen durfte, hier immerhin nochmal ein Foto von Opa Fritz (in der gemeinsamen Küche, wo der Eintopf gemacht wird):

Graupensuppe

Zutaten für vier Personen:
Suppenfleisch vom Rind (zB Beinscheibe)
eine Packung Suppengemüse (also Knollensellerie, Möhren, Lauch, Petersilie)
ein bisschen Liebstückel, so ein bis zwei Stängel (alias Maggi-Kraut)
eine Handvoll kleine Kartoffeln
100 g mittelgroße Graupen (eine konkrete Mengenangabe, juhu)

Aus dem Suppenfleisch eine Brühe kochen (Fleisch mit Wasser bedecken, gut salzen und köcheln lassen, bis eine kräftige Brühe entstanden ist und das Fleisch weich ist). Das Fleisch aus der Brühe nehmen und beiseite stellen. Sellerie, Möhren, Kartoffeln und Lauch kleinschneiden und mit dem Stängel Liebstöckel in die Brühe geben. Graupen ordentlich unter fließendem Wasser waschen und ebenfalls dazugeben. Die Brühe nochmals salzen und abschmecken. Wenn die Suppe zu dickflüssig ist, noch etwas Wasser dazugeben. Wenn die Kartoffeln gar sind, mit einem Stampfer in der Suppe anstampfen. Dadurch wird die Suppe sämig. Nun das Fleisch kleinschneiden und wieder dazugeben. Kurz zusammengfasst, wie Oma Friedchen sagen würde: „Siehste, ist doch kein Risiko bei dem Rezept.“ In diesem Sinne bon appétit. Bester Eintopf, ich schwöre.

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Wie kann etwas aus so wenigen, einfachen Zutaten so gut schmecken? Wie sagen die Amerikaner so schön: Liebstöckel is key.

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