Zu Besuch im Eickenhofer Spargelreich

Oh, du geliebte Spargelzeit. Wir sind mittendrin und dürfen noch bis Ende Juni vom königlichen Gemüse kosten. Wie praktisch, dass nur einen Steinwurf von Braunschweig entfernt das Eickenhofer Spargelreich nicht nur Spargel, sondern auch Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren anbaut, königlich vertreibt und tolle Rezeptideen hat. Wir haben uns das Spargelreich mal angeschaut und ganz viel genascht.

Der Eingang zum Eickenhofer Spargelreich

Am Ortsausgang Vordorf-Eickhorst, etwa 20 Minuten von Braunschweig entfernt, liegt das Eickenhofer Spargelreich. Ein großer Hof, wo die Ernte täglich frisch von den Feldern ankommt, sortiert und geputzt wird und dann direkt in den Verkauf geht: auf dem Hofladen, in einigen Edeka-Märkten im Braunschweiger Land und an 35 Verkaufsständen – und einige Gastronomen in der Region lassen sich den Spargel ebenfalls liefern. Im Hofladen gibt es immer etwas zum Probieren: Heute Maibowle und Spargel-Avocado-Erdbeer-Salat. Wer mag, kann neben Spargel und Beeren übrigens auch gleich passenden Schinken, Kartoffeln und Weinchen mit nach Hause nehmen. Ein Traum.

Ein Blick in den Hofladen

Christian, Paul und Sissela führen uns über ihren Hof (übrigens bei herrlichem Sonnenschein und der Flieder duftet und wir naschen Erdbeeren und es ist so idyllisch, dass man es eigentlich nicht fassen kann). Gemeinsam mit weiteren Familien haben sie 2008 beschlossen, aus dem landwirtschaftlichen Betrieb einen Spargelhof zu machen.

Christian, Paul, Sissela und Rudolf vom Spargelreich

Warum Spargel? Tja, der Braunschweiger Spargel ist tatsächlich ziemlich berühmt. Als hier vor zig zig Jahren (wir reden von 1860 ungefähr) die Konserve erfunden wurde, ging unser Spargel in der Dose hinaus in die ganze Welt und wurde so praktisch zur Marke. Wieso also nicht den Braunschweiger Spargel direkt und frisch vor Ort in der Region nicht nur produzieren, sondern auch vermarkten? Das Spargelreich war geboren. Als Paul einige Jahre später dazu stieß, kamen auch noch Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren (man kann auch Blaubeeren sagen) auf den Acker oder besser: Unter die Lichtgärten. Aber dazu später mehr.

Idylle und der Spargelkönig

Das Spargelreich

Auf rund 65 Hektar rund um Meine und Abbesbüttel wird der Spargel unter Folie angebaut. Der Spargel wird dabei nicht beheizt, sondern wächst unter natürlicher Sonneneinstrahlung dank der dreifachen Abdeckung der Folie ganz wunderbar bei 20 Grad Erdtemperatur. Übrigens 7 cm pro Tag. Auf aktuell einem Hektar direkt vor dem Hof in Vordorf-Eickhorst werden Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren langsam süß und saftig. In Zahlen: Das Spargelreich verkauft während der Saisong etwa eine halbe Million Spargelportionen und 50.000 Schalen Beeren. 180 Mitarbeiter packen während der Saison mit an: Die Hälfte davon auf dem Feld bei der Ernte.

Nachdem der Spargel gestochen wurde, muss es schnell gehen: Zurück zum Hof und in den Kühlraum. Dann wird es hoch technologisch: Eine Maschine scannt jede einzelne Stange und sortiert sie nach knapp 30 Parametern: Länge, Dicke, Kopf, Farbe, Krümmung usw. usw. Die Stangen werden dann in verschieden farbene Kästen vorsortiert und gehen teilweise geschält in den Verkauf.

Jetzt wird getauft: Georg der Grüne, Ludwig der Elegante, Heinrich der Schlanke, Friedrich der Feine, Karl der Kurze oder August der Mächtige – je nach Farbe, Krümmung oder Größe.

Alle edlen Gemüse auf einen Blick

Hier noch ein paar wichtige Tipps für den Umgang mit dem Königsgemüse: Der Spargel sollte nach dem Einkauf so schnell wie möglich in die Küche. Der Spargel mag keine Hitze, also nicht auf der Heimfahrt auf den Rücksitz in die pralle Sonne stellen. Auf längeren Fahrten am besten in der Kühlbox kühlen. In der Verpackung bleiben geschälte Stangen einen Tag im Gemüsefach frisch. Ideal ist der Genuss am Einkaufstag. Ungeschälter Spargel muss feucht bleiben. Also am besten in ein feuchtes Geschirrtuch wickeln und ins Gemüsefach des Kühlschranks legen, dann hält er sich bis zu drei Tage. Natürlich sollte er aber idealerweise am gleichen Tag verputzt werden. Wer bei den Verkaufsständen vom Spargelreich kauft, der kann sich auch jede Woche eine neue Genussidee mitnehmen (die es übrigens auch auf der Internetseite alle gibt). Die Verkäufer haben die Rezepte selbst gekocht und können Tipps geben, was man aus Spargel, Erdbeeren und Co. noch so alles zaubern kann. An dieser Stelle sei aber noch nicht zu viel verraten, denn in den nächsten Tagen wollen wir euch hier ein bis zwei Genussideen vorstellen für ein schönes Zwei-Gang-Menü mit Spargel und Beeren.

Das Beerenreich

Zurück zum Hof. Einmal über die Straße gegangen und schon steht man vor dem Eingang des Beerenreichs: Zehn  Zelte, in denen die Beeren in Ruhe reifen. Erdbeeren gibt es schon jetzt, Heidel- und Himbeeren dann ab Juni bis Ende Juni. Auch hier gehen während der Saison die Erntehelfer täglich durch und ernten ganz vorsichtig – nämlich mit Stiel – die Erdbeeren.

Warum das so ist, erklärt Paul: Vor allem Erdbeeren sind ganz zarte Pflanzen, sie sollten immer mit Stiel abgezwackt werden, damit die Frucht möglichst gar nicht berührt wird und so keine Druckstellen bekommt. Erdbeeren sollten übrigens im Idealfall am selben Tag verzehrt werden. Zwölfmal täglich werden sie gewässert und mit Nährstoffen versorgt. Hummelvölker á 500 Hummeln (ja, richtig) summen in jedem Zelt und bestäuben die Früchte bei angenehmen Temperaturen. Nebenan im Blaubeerzelt halten sich Schlupfwespen bereit, die bei Bedarf die Blattläuse vernichten. Natur hilft Natur sozusagen. Nützlinge gegen Schädlinge.

Bei den Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren gilt übrigens: So schnell wie möglich essen, am besten direkt aus der Schale, dann schmecken sie am besten.

Wir sind jedenfalls ganz verliebt in das Eickenhofer Spargelreich und legen euch ans Herz, doch mal einen Ausflug Richtung Papenteich zu unternehmen und beim Hofladen vorbeizuschauen.

Eickenhofer Spargelreich
Eickenhof 4
38533 Vordorf-Eickhorst

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