Frikadellen mit Saubohnen und Zitrone

Dass ich ein großer Fan von Yotam Ottolenghi bin habe ich euch ja schon erzählt. Und nach dem arabischen Salat folgen hier die ebenso grandiosen, aber etwas aufwendigeren Frikadellen mit Saubohnen und Zitrone aus seinem großartigen Kochbuch Jerusalem. Sie zu kochen ist nicht schwierig, bloß ein bisschen zeitaufwendig. Aber glaubt mir, es lohnt sich! Wirklich wichtig: Ihr braucht eine Pfanne mit einem Deckel.

Hackbällchen mit Saubohnen und Zitrone
für vier Personen

350 gr frische oder tiefgefrorene Saubohnen (Ich habe die tiefgefroren im türkischen Supermarkt gefunden, denke aber, dass die sich auch gut durch Erbsen ersetzen ließen, was die Zubereitung auch etwas vereinfachen würde)
4 Thymian-Zweige
6 Knoblauchzehen in Scheiben geschnitten
8 Frühlingszwiebeln in kleine Scheiben geschnitten
2,5 Teelöffel Zitronensaft
500 ml Hühnerbrühe

Für die Frikadellen
300g Rinderhack
150g Lammhack
eine mittelgroße Zwiebel fein gehackt
120g Semmelbrösel
je 2 Teelöffel gehackte glatte Petersilie, Minze, Koriander und Dill, plus noch ein bisschen mehr von allem, um es am Ende übers Essen zu streuen
2 große gepresste Knoblauchzehen
1 Teelöffel Baharat (das gibt es auch im türkischen Supermarkt oder in großen Supermärkten. Es lohnt sich auf jeden Fall, Baharat zu kaufen, weil es auch jedem anderen Essen sofort einen arabischen Geschmack verleiht)
1 Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel
2 Teelöffel gehackte Kapern
ein verrührtes Ei

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Als erstes kommen alle Zutaten für die Hackbällchen mit fast einen Teelöffel Salz und ordentlich schwarzem Pfeffer in eine Schüssel. Die Mischung wird gut durchgeknetet und dann formt ihr die Kugeln aus der Masse, die ungefähr so groß sein sollten wie Tischtennisbälle. Die Hackbällchen werden dann in der Pfanne von beiden Seiten für etwa fünf Minuten angebraten.

Während die Frikadellen braten, kocht ihr die Saubohnen in einem großen Topf voll gut gesalzenem Wasser für ungefähr zwei Minuten. Dann die Bohnen in einem Sieb abschrecken und die Hälfte von ihnen aus der Schale pulen. Ich fand diesen Schritt beim Kochen irgendwie nervig und werde deshalb das nächste mal einfach Erbsen statt der Bohnen nehmen. Ich könnte mir vorstellen, dass das mindestens genauso gut schmeckt und deutlich schneller geht.

Wenn die Hackbällchen fertig sind, wischt ihr die Pfanne aus und erhitzt noch mehr Olivenöl darin. Auf mittlerer Hitze sollen dann der Thymian, der Knoblauch und die Frühlingszwiebeln für etwa 3 Minuten anbraten. Dann kommen die ungeschälten Bohnen, der Zitronensaft, 80 Milliliter von der Brühe, ein bisschen Salz und schwarzer Pfeffer in die Pfanne. Die Bohnen sollten knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein. Deckel drauf und zugedeckt etwa zehn Minuten köcheln lassen. Wenn ihr Erbsen nehmt, geht es nach dem Anbraten von Thymian und Co gleich mit dem Fleisch weiter.

Nach zehn Minuten die Hackbällchen und die restliche Brühe mit in die Pfanne geben, Deckel wieder drauf und zugedeckt nochmal 25 Minuten köcheln lassen. Wenn ihr das Gefühl habt, dass sie Soße sehr, sehr flüssig ist, lasst den Deckel kurz weg, dann kocht ein bisschen Flüssigkeit weg. Wenn ihr die Pfanne ganz am Ende aber von der Flamme nehmt, saugen die Hackbällchen den Großteil der Soße sowieso auf. Darum muss schon noch ordentlich Soße da sein.

Kurz vor dem Servieren kommen dann die geschälten Bohnen wieder mit in die Pfanne, aber nur kurz, damit sie wieder warm werden. Ich würde auch die Erbsen, falls ihr welche nehmt, erst jetzt in die Pfanne tun. Sie sollten allerdings nicht mehr tiefgefroren sein.

Jetzt müsst ihr das Essen auf den Tellern nur noch mit den restlichen Kräutern bestreuen und fertig. Ich esse am liebsten Fladenbrot dazu, Reis passt aber auch. Bon appétit!

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