Eintopf Ut’n grooten Pott

Wer auf Limonengras und Scampi-Spieße steht, ist bei Andreas Weichelt an der falschen Adresse. Mit Chichi hat er’s nicht so. Bei ihm gibt es einfach gutes Essen. Punkt. Im Dezember hat er seine Suppenbar Ut’n grooten Pott im Pavillon auf dem Kohlmarkt eröffnet und serviert dort den guten alten hausgemachten Eintopf, der Bauch und Seele wärmt.

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„Eintopf habe ich schon immer gemocht. Es erinnert mich an früher, als die Bratenreste vom Sonntag mit irgendwas zusammengekocht wurden. Es kam immer etwas Leckeres dabei raus“, sagt Andreas Weichelt.

Los ging es mit den Eintöpfen übrigens an seinem Stand auf dem Wochenmarkt. Dort verkauft Andreas Weichelt eigentlich Fleisch- und Wurstwaren. Das Geschäft hat er 1999 von seiner Mutter übernommen. „Meine Mutter hat nur Wurst verkauft. Ich habe dann Fleisch dazu genommen. Aber man verkauft nicht immer alles und wegschmeißen geht gar nicht. So bin ich dann auf die Eintöpfe gekommen.“

Was zunächst als Resteverwertung gedacht war, wurde ein Riesenerfolg. „Die Eintöpfe wurden unglaublich gut angenommen. Einige Kunden kamen nur wegen der Suppe.“ Als dann der ehemalige Kiosk auf dem Kohlmarkt leer stand, schlug Andreas Weichelt zu. Seitdem bietet er jeden Tag fünf verschiedene Eintöpfe an. „Ein gutes Essen unter 5 Euro. Das war mir wichtig“, sagt er.

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Erbsen- und Gulaschsuppe stehen immer auf der handbeschriebenen Tafel in der Suppenbar. Je nachdem, welches Gemüse gerade Saison hat, überlegt sich Andreas Weichelt, welche Eintöpfe er noch anbietet. „Ich entscheide das spontan. Wenn ich auf dem Markt etwas Schönes sehe, kann es sein, dass es das in den nächsten Tagen gibt.“ Ob Steckrüben oder Grünkohl, Spargel oder Porree – der Koch ist kreativ. Auch eine vegetarische oder vegane Suppe ist immer dabei. Obwohl fleischlose Ernährung für Andreas Weichelt selbst nicht in Frage kommt. „Ich bin eher dafür, wenig Fleisch, aber dafür qualitativ besseres zu essen. Durch mein Geschäft weiß ich, dass es auch Züchter gibt, die ihre Tiere nicht nur als Ware sehen.“

 

Kochen gelernt hat Andreas Weichelt im Restaurant Löwenkrone in der Stadthalle. Das war 1983. „Da habe ich arbeiten gelernt“, sagt er. Danach zog es ihn hinaus in die kulinarische Welt. Nach Stationen im Restaurant Undosa in Starnberg und im Joe am Wedding in Berlin kam er zurück nach Braunschweig. „Berlin war cool, aber ich bin im Grunde meines Herzens ein Provinzei. Richtig zuhause gefühlt habe ich mich erst, als ich wieder hier war.“ Nach zwei Jahren im Restaurant am Marstall leitete er die Küche im Ölper Turm und baute Wolfs Gasthaus in Lehndorf mit auf.

Schließlich übernahm Andreas Weichelt den Marktstand von seiner Mutter. „Ich habe früher noch behauptet, dass ich niemals auf den Markt gehe. Mittlerweile bin ich Marktbeschicker durch und durch.“ Doch das ist nicht alles. Wenn er nicht auf einem der Braunschweiger Wochenmärkte steht oder Eintopf kocht, hat Andreas Weichelt auch noch einen eigenen Partyservice. „Ich bin ein Workaholic“, sagt er. „Sieben-Tage-Arbeitswochen sind keine Seltenheit.“

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Die Suppenbar ist das neueste Projekt. Und es läuft. „Ich habe schon die ersten Stammkunden“, sagt er. Mit Ut’n grooten Pott kann er all das umsetzen, was ihm an gutem Essen wichtig ist: Frische Zutaten und Liebe beim Kochen.

 

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Was für ein schöner Artikel, jetzt weiß ich endlich, wer da die leckeren Suppen und Eintöpfe immer zubereitet. Es ist toll, dass es immer eine vegetarische Variante gibt und ich esse dort sehr gerne. Suppen sind für mich nämlich das einzige, was vor allem auch das Herz wärmt 🙂

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