Stippvisite bei der Kochschule Braunschweig im Magniviertel

Der Deal war folgender: Wir besorgen irgendwelche Zutaten querbeet und der Chef der Kochschule Braunschweig macht was draus. Dabei herausgekommen sind Salsiccia-Kartoffel-Spieße mit Tomatengemüse, gefüllte Schmorgurken und Erdbeer-Rhabarber-Strudel mit Toffeesoße – himmlisch. Alex Fasanya hat mit uns drei Stunden in seiner riesigen Küche im wunderschönen Magniviertel verbracht und nicht nur Gemüse geschnippelt, sondern uns auch von seiner neuen Idee erzählt – und die finden wir richtig gut.

Alexander Fasanya ist Kochdozent in der Kochschule BraunschweigDer Alex ist ein Guter, das haben wir gleich gemerkt. Hochkonzentriert hat er nur kurz einen Blick auf unsere wild zusammengestellten Einkäufe geworfen und uns sofort ein köstliches Menü vorgeschlagen, bei dem wir nur begeistert nicken konnten. Kein Wunder, schließlich kocht der Braunschweiger Jung schon seit seiner Kindheit in der wilden Weststadt. Nach seiner Kochlehre im Ölper Waldhaus ging es über die feinen Küchen von Sylt, St. Moritz und Hamburg zurück in seine Heimat (gute Entscheidung). In seiner Kochschule im Magniviertel bringt er Braunschweigern das Kochen bei. Jetzt will er noch einen Schritt weitergehen: Für just cook it! läuft momentan das Crowdfunding auf startnext. Sein Plan: In aufeinander aufbauenden Kochkursen will er die Grundlagen des Kochens verständlich vermitteln, quasi wie bei einer richtigen Kochlehre. Kurz: Jeder kann kochen lernen, vom Fischfiletieren über Warenkunde bis zu Schnitttechniken. Mit Videotutorials und PDF-Unterlagen. Eine feine Sache.

Zutaten frische Lebensmittel

Unser Einkauf (bisschen übertrieben für 3 Personen, aber wir hatten Hunger…)

Zurück zu unserer illustren Kochrunde á trois. Auf der riesigen Arbeitsplatte in der Kochschule haben wir Würstchen, Kartoffeln, Erdbeeren, Tomaten, Eier und Schmorgurken ausgebreitet. Schneidebretter, supergroße, superscharfe Messer liegen bereit. Alex stellt gleich klar: Für ihn müssen Gerichte nicht schwierig zu kochen, sondern vor allem lecker sein. Da hat er bei uns natürlich offene Türen eingerannt. Und hey: Wer die Schmorgurke nicht ehrt, ist des Kaviars nicht wert.

Fangen wir also an.

Salsiccia-Kartoffel-Spieße
Zutaten:
4 Salsiccia (grobe Bratwürste gehen auch)
8 kleine Kartöffelchen
4 Rosmarinzweige (normale Holzspieße gehen auch, dann aber noch mit Rosmarin würzen, bitte)
Salz und Pfeffer
Olivenöl
Butter
Knoblauch

Als erstes die Kartoffeln kochen (mit Schale). Die Würste aus dem Darm pellen (da muss man leider durch). Die Rosmarinspitzen vom Stängel ziehen (wie auf dem Foto) und das Ende vom Stängel wie bei einem Holzspieß etwas anspitzen mit einem Messer. Dann die gekochten Kartoffeln und die Würstchen halbieren und auf die Stängel spießen. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Spieße rein und salzen und pfeffern (ordentlich pfeffern). Wenn sie gut braun sind, eine Knoblauchzehe andrücken und mit einem Stückchen Butter dazugeben und die Spieße darin schwenken. Das war’s schon.

Schmorgurken mit Ricotta-Spinatfüllung (für unsere vegetarischen Freunde)
Zutaten:
1 Schmorgurke
1 Packung frischer Spinat (zur Not auch tiefgekühlter, aber dann schön auftauen und gut ausdrücken)
1 Fleischtomate
1 Handvoll Pinienkerne
200 g Ricotta
etwas frisch gehobelter Parmesan
frisch geriebene Muskatnuss
Salz und Pfeffer und Zucker
1 Knoblauchzehe
1 kleine Zwiebel
Öl
Butter

Den Backofen auf 185 Grad Umluft vorheizen. Die Schmorgurke quer in vier gleich große Teile schneiden. Mit einem Teelöffel aushöhlen. Die Fleischtomate entkernen und würfeln. Parmesan hobeln. Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. In einer Pfanne ohne Öl die Pinienkerne rösten. Beiseite stellen. Dann einen Schuss Öl in der Pfanne erhitzen und darin Zwiebeln andünsten. Wenn sie glasig sind, den Knoblauch dazugeben und anschließend ein gutes Stück Butter in die Pfanne geben. Den Spinat in der Pfanne anschwitzen, bis er zusammenfällt. Salzen, pfeffern und zwei Prisen Zucker dazugeben und ordentlich Muskat draufreiben und Pinienkerne untermischen. Dann die Pfanne vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Den Ricotta unterrühren. Abschmecken. Die Füllung in die Schmorgurken füllen und mit den Tomatenwürfeln und den Parmesan garnieren. Auf ein Blech mit Backpapier stellen. Bei 185 Grad Umluft 40 Minuten überbacken (dann sind die Schmorgurken übrigens noch recht bissfest, wer es weicher mag, lässt die Gürkchen eben noch etwas länger drin). Fertig.

Tomatengemüse mit Frühlingszwiebeln (sehr, sehr easy)
Zutaten:
500 g Kirschtomaten
6 kleine Frühlingszwiebeln
Salz und Pfeffer
1 halbes Glas Weißwein
ein bisschen Zucker
1 EL Butter

Shirin schnibbelt Frühlingszwiebeln

Shirin schnibbelt Frühlingszwiebeln

Das geht wirklich super schnell: Kirschtomaten halbieren, Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen, Tomaten rein und etwas Zucker drüber geben, bisschen karamellisieren. Mit Weißwein ablöschen und einkochen lassen. Salzen, pfeffern und die Frühlingszwiebeln und die Butter dazugeben. Fertig.

Erdbeer-Rhabarber-Strudel
Zutaten:
500 g Erdbeeren
3 Stangen Rhabarber
1 fertiger Strudelteig
ein Schuss Cointreau
eine Handvoll gehackte Mandeln
eine Handvoll gemahlene Mandeln
Vanillezucker
1 Ei
Butter (natürlich)
120 g Zucker
120 g Butter
100 ml Sahne

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Erdbeeren vom Strunk befreien und vierteln. Den Rhabarber schälen und in Stücke schneiden. Beides mit gehackten und gemahlenen Mandeln und einem ordentlichen Schuss Cointreau mischen und beiseite stellen. Den Strudelteig an den Außenseiten mit verquirltem Ei bestreichen. Die Füllung auf den Teig geben, einrollen und obendrauf geschmolzene Butter geben und das Päckchen oben einritzen. Bei 180 Grad 45 Minuten in den Ofen. Für die Toffeesoße Zucker und Butter in einer Pfanne schmelzen. Kräftig rühren. Wenn die Butter langsam bräunt, die Schlagsahne unterrühren und so lange rühren, bis eine braune, klebrige Soße entstanden ist und der Zucker sich vollständig aufgelöst hat. Schmeckt wie Karamellbonbon. Nur warm. Den Strudel aufschneiden und anrichten und die Soße dazugießen.

Und zu allerguterletzt: Die Quarkspeise zum Strudel
Zutaten:
1 Vanilleschote
1 Bio Orange (es ist wichtig, dass sie unbehandelt ist, weil wir den Abrieb brauchen)
250 g Magerquark
50 g Zucker

Das Mark der Vanilleschote auskratzen, die Schale der Orange abreiben und beides in einer Schüssel mit dem Magerquark und dem Zucker vermengen und richtig schön schaumig aufschlagen. Kann auch über Nacht im Kühlschrank durchziehen, dann ist der Geschmack noch intensiver.

Salsiccia mit Kartoffeln und Rosmarin

Wenn ihr Salsiccia bekommt, sind sie die bessere Alternative zur groben Bratwurst. Fester und würziger.

Strudel mit Erdbeeren und Rhabarber

Der Erdbeer-Rhabarber-Strudel mit dieser wahnsinnig köstlichen Toffeesoße

Kaviarkanone mit Alexander Fasanya

Bon appétit!

Kochschule Braunschweig
Schloßstraße 8
38100 Braunschweig
0531 618 33 405
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